Bericht- Mission 1: Uluan

Bericht- Mission 1: Uluan

Bericht - Sterling - Mission 1
 2 1/2 Monate vergingen bis die Llÿr das erste Mal an einem Sonnensystem mit vielversprechenden Bedingungen vorbeifuhr. Dieses Sonnensystem bestand aus 13 Planeten, zwei davon sollten von den Außenteams untersucht werden. Auf E374BQ5 wurden Leutnant Dayan und ihre Leute geschickt und auf E374BQ4 mein Team.
Während dem viertel Jahr, das wir nun alle schon zusammen auf diesem Raumschiff verbracht haben, haben sich die meisten relativ schnell eingewöhnt. Der durchstrukturierte Tagesablauf half dabei natürlich. Jeder hatte weiterhin seinen Job zu machen wie auf der Erde, der Gea und der Sahari auch-mehr oder weniger zumindest. Es war bemerkenswert, wie schnell sich erekte Wesen an diese neue und so voneinander abhängige Gesellschaft gewöhnen konnten.
Das atemberaubendste war jedoch das Panoramadeck, über das ich jeden Morgen joggte.
Die Simulatoren waren hilfreich um für Abwechslung zu sorgen. Frau Lawrence und Herr Eldeer Campbell nutzen diese wohl um auf Klettertouren in die entlegensten Gegenden und unzugänglichsten Gebirgen zu gehen.
Für Herr Dorn, den Techniker des ersten Außenteams, und mich boten die Simulatoren nahezu unbegrenzte Möglichkeiten an Autos, Motorrädern, Raumschiffen und Rovern rumzuschrauben und Testfahrten zu unternehmen. Eine Leidenschaft die wir beide teilten.

Als uns nun aber die Information errichte, dass wir nun zum ersten Mal ausrücken sollten, änderte sich die Stimmung auf dem gesamten Schiff merklich. Alle wurden ein wenig hektischer, nervöser, aufgeregter, auch wenn es nur sieben Personen auf  der ganzen Llÿr direkt betraf. Und obwohl bei uns allen die Neugierde im Vordergrund stand.

Wir hatten nun noch 24 Stunden bis die Mission startete.
Während Frau Lawrence und Herr Eldeer Campbell sich mit ihren Forschungsteams zusammen setzten und nochmals durchgehen auf was zu achten war und welche Utensilien und Forschungsgeräte sie mitnehmen würden, ging ich ein weiteres Mal zu unserem Raumschiff und überprüfte alles. Ich ging alles mehrmals im Kopf durch. Vom Start über alle möglichen Ausfälle während des Fluges, sowie etwaige Probleme, die uns von außen beeinträchtigen könnten, bis hin zur Landung auf verschiedensten klimabedingten Böden. Ich hatte großes Vertrauen sowohl in meine eigenen Fähigkeiten als auch in die meines Teams, dennoch wurde auch ich ein wenig angesteckt von der Nervosität der anderen, je näher der Start rückte.
Beim Abendessen setzten wir uns mit dem anderen Team zusammen. Wir sprachen aber nur kurz über die Missionen und wandten und schnell banaleren Themen zu die uns vor dem bevorstehenden Ereignis nochmal ein wenig ablenkten.

Die Missionen starteten relativ früh am Morgen. Bevor wir in die zwei Raumschiffe stiegen hielt Kapitän Karl Seher noch eine Rede, sie handelte von der Bedeutsamkeit unserer Missionen und wir wie wichtig dieses ganze Unterfangen für uns alle doch sei.
Der Planet E374BQ4, den wir untersuchen sollten besaß zwei Monde. Die Sonne war von dem Planten etwas so weit entfernt, wie die Erde zur Sonne ihres Sonnensystems. Das und das von Sonden auch Atmosphäre vorgefunden wurde sprach für die Möglichkeit, dass dort Leben zu finden war.
Die Laufbahnen der zwei Monde unterschieden sich, sowie die Monde selbst auch. Der kleinere Mond verlief auf einer äußeren Umlaufbahn, wohingegen der zweite, größere Mond eine engere Umlaufbahn um den Planeten hatte.
Auf dem Weg zum äußeren Mond wurden wir leider von einem Meteoritenhagel überrascht. Da ich ein wenig Energie sparen wollte für mögliche Gefahren die auf dem Planeten selbst auf uns warten konnten, stellte ich die Schilde schwächer ein und so trug unser Schiff leichte Schäden davon.
Wir konnten ohne Probleme auf dem kleineren Mond landen und unternahmen einen kurzen Raumspaziergang in unseren Anzügen. Es gab einen großen Krater, den man schon von weiter weg sehen konnte. Es herrschte auch leichte radioaktive Strahlung. Der Mond hatte außer meine leichte Eigenrotation, die, wie wir vermutete, von dem Einschlag her rühren könnte. Wir fanden außerdem raus, dass dieser Mond den Planeten in etwa 24 Stunden einmal umrundete.
Ansonsten war er relativ unspektakulär.
Aufgrund der leichten Schäden und da ich kein unnötiges Risiko eingehen wollte landeten wir nicht auf dem größeren der Monde, sondern flogen nur an ihm vorbei. Da er keine besonderen Auffälligkeiten aufwies, wandten wir uns nun endlich dem Planeten selbst zu.


Aufzeichnungen von Jessica Lawrence in der MobIlen Kommunikations-Einheit, genannt MIKE
Das ist unglaublich! Wir sind auf einem neuen Planeten! Ich kann es nicht fassen! Da ist total der Wahnsinn!!!   - Mike, lösch' das...

Es gibt hier eine Anzahl faszinierender Insekten, darunter drei Käfer, die wir nach uns benannt haben (wir konnten einfach nicht widerstehen). Einer hat 8 Beine, gehört  aber ganz eindeutig nicht zur Klasse der Spinnentiere. Ach, was soll's, ich scanne die ohnehin von allen Seiten, also kann ich mir die genaue Beschreibung für später sparen, ich habe jetzt keinen Nerv für so was, dafür gibt es einfach zu viel zu sehen  - Mike, letzten Satz löschen...
Der Planet ähnelt in so vieler Hinsicht der Erde, weshalb wir ihn vorläufig "Uluan" genannt haben, auch wenn er im Gegensatz zur Erde 2 Monde besitzt. Die Luft ist frisch, das Wetter ist wie im Frühling zu hause. Überall ist es grün, das Gras ist lang und saftig. Ich komme mit dem Sammeln von Pflanzen und Bodenproben kaum hinterher. Wir sind mit KATY (unserem Kurzstrecken-TrAnsporT-SYstem) auf einer größeren Insel gelandet, oder einem kleinen Kontinent, in den ein Krater von etwa 600 km Durchmesser gerissen wurde, vermutlich von dem selben Asteroiden, der zuerst den Mond gestreift hat, den wir untersuchten. Dort wächst nicht das Geringste.

Eine Art Stechmücke verursacht einen Zustand wie bei einem Alkoholrausch, die "O'Brien-Mücke", wie wir sie nach Sterlings Vorschlag genannt haben - ich glaube, er kann diesen Kerl wirklich nicht leiden - Mike, den letzten Satz löschen... 

Es gibt hier sogar Säugetiere! Etwa von der Größe von Rotwild, aber mit Rüsseln und langem, etwas zottigen Fell und Stoßzähnen, zumindest einige davon, vermutlich die Männchen - wir haben sie Hirschofanten genannt. Es handelt sich um eine größere Herde, und es sind vermutlich Pflanzenfresser - ich habe einige Kotproben gesammelt, die wir mit den Pflanzenproben vergleichen können. Scheinen ziemlich scheu zu sein. Eine ganz andersartige Spezies! Das ist so ... 
UNIDENTIFIZIERBARES GERÄUSCH
Okay, ich kriege mich wieder ein. Aber es ist der Hammer!  Mike, würdest du...

Wir haben in unseren Zelten übernachtet, und wurden recht unsanft von Mikes Alarm geweckt. Stellte sich dann aber als harmlos heraus - ein neugieriger Hirschofant hatte versucht, mit seinem Rüssel mein Zelt zu betasten, und erlitt den Schreck seines Lebens, als Mike loslegte...
Wir sind mit Katy in den Krater geflogen und haben Gesteinsproben genommen. Die radioaktive Strahlung ist zwar nicht mehr unmittelbar lebensgefährlich, aber wir behalten sicherheitshalber die Schutzanzüge die ganze Zeit an, während wir drin sind.  Die Messungen deuten darauf hin, dass der Einschlag hier vor etwa 9500 Jahren erfolgt ist. 
Sind zum Meer weitergeflogen, ich bin runter und habe ein paar Wasserproben entnommen.
Dex hat einen bearbeiteten Stein gefunden, unter dessen Moosschicht (ich nenne es mal so, weil es genau so aussieht wie unser Moos) kamen Symbole zum Vorschein, die eindeutig von sapienten Wesen in den Stein gehauen worden sind! Es gab hier eine Zivilisation!! Der erste Planet, den wir untersuchen, und wir stoßen auf sapientes Leben! Nicht auszudenken, wenn wir... 
Okay. Ruhig bleiben. Mike...

Es handelt sich um 40 gleich große Kreise, angeordnet in 10 Reihen zu je 4 Symbolen. In den  ersten 7 Reihen sind die Kreise leer. In der achten Reihe 2 leere Kreise, 2 Kreise mit Dreieckssymbol.
Neunte Reihe: 2 Kreise mit Dreieckssymbol, 2 kreise mit Kreuzsymbol. 10 Reihe: 1 Kreis mit Kreuzsymbol, 2 Kreise mit zentralem Punkt. Letzter Kreis ist vollständig ausgehöhlt. Die Seite mit den Symbolen ist dem Meer zugewandt.
In Richtung zum Landesinneren befinden sich noch zwei kleinere Steine von quadratischer Form. In 200 Metern Entfernung haben wir zwei weitere Steine gefunden - handelt es sich hier etwa um einen Weg?! Sind in der Richtung weiter und fanden tatsächlich alle 200 Meter zwei der kleineren Steine, alle in schnurgerader Linie angeordnet. Nach 20 km stießen wir auf einen mittleren Stein, in den ein Kreis ohne Inhalt eingraviert ist. Diese mittleren Steine tauchen  alle 20 km auf, bis der "Weg" am Kraterrand abbricht. Im Krater selbst sind keine Spuren des Wegs zu finden, was darauf hindeutet, dass dieser schon vor dem Einschlag da war! Wir haben die Linie im Geist verlängert und sind mit Katy auf die andere Seite geflogen, wo wir tatsächlich wieder die Wegmarkierungen gefunden haben, in der gleichen regelmäßigen Anordnung.
 Die Symbole auf den Steinen scheinen sich auf die Landschaft zu beziehen und eine Art Streckenbeschreibung zu sein - etwa noch soundso lange bis zum Gebirge und so weiter. Tatsächlich scheint sich die Landschaft in der Zeit nicht sehr verändert zu haben... 
 
Im Wald sind wir auf einen See gestoßen. Eine Hirschofanten Herde floh, als sie uns bemerkte, doch ein Kälbchen war im schlammigen Seeufer steckengeblieben und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien, das arme Ding! Wir wagten nicht, es selbst herauszuholen, damit die Mutter wegen des fremden Geruchs nicht etwa ihr Baby verstieße, also schickten wir Mike hinein. Das arme Kalb hatte Todesangst, aber er schaffte es, und es rannte wieder zu seiner Mami, die ein Stück zurückgeblieben war und offenkundig sooo erleichtert, dass sie ihr Kleines wieder hatte!
Ich habe einen Tauchgang in den See gemacht und ein paar Wasserproben entnommen. Dabei beobachtete ich einige kuriose durchsichtige Fische, die wir Glasfische genannt haben, und ein Geschöpf, dass praktisch nur aus einem Maul mit Füßen bestand, weshalb wir ihm den Namen Maulfüßer gegeben haben, und das sich am Grund zu vergraben scheint, um seiner Beute aufzulauern, (wenn auch nicht so großer, wie ich es war!) 
 
 Sind jetzt im Gebirge, in einer Höhle, na ja, in einer Art Aushöhlung des Felsens jedenfalls,  und es schüttet wie aus Kübeln. Wir waren dem Weg gefolgt (mittlerweile durch Punkte bezeichnet), und hörten ein Geräusch, eine Art Grollen, das sich näherte, fast wie ein Erdbeben. Wir kletterten auf einen Felsen, und das war auch gut so, denn kurz darauf donnerte eine riesige Herde an uns vorbei - wir haben die Geschöpfe "Wollige Trihörner" genannt, denn sie sehen genau so aus, wie es klingt. Ein bisschen wie Bisons, aber mit drei Hörnern (ja, wirklich!). Es erschien uns klüger, nicht in der Richtung weiterzugehen, aus der sie gekommen waren, und wir suchten uns einen Unterschlupf, zumal das Wetter sich verschlechtert hatte. Wir hatten den Unterschlupf noch nicht lange erreicht, als sich eine gewaltige Schlammlawine durch die Hügel wälzte - wenn wir da noch unten gewesen wären, nicht auszudenken...

Wir sind mittlerweile schon ziemlich hoch im Gebirge, die Landschaft ist atemberaubend - haben einen unglaublich schönen Platz gefunden, mit einem Wasserfall, und ein Blick zurück über die Hügel bis zum Meer...
Sind auf ein Tal gestoßen, in dem sich - ich wage es kaum auszusprechen, es ist so fantastisch und unwahrscheinlich, und obwohl ich es mit eigenen Augen sehe, traue ich ihnen kaum - in dem sich inmitten des grauen Felsens ein Tempel erhebt, errichtet aus rötlichem Gestein, das wer weiß wie hierher gelangt ist. Es erinnert an die Stufenpyramiden der Maya. 
AUTSCH! Nein, offenbar träume ich nicht, denn es ist immer noch da, und ich bin nicht aufgewacht - Mike, löschst du bitte den letzten Satz?

Private Aufzeichnungen von Dexan Eldeer Campbell

„Mit Wissen kommt Erleuchtung.“
Ich schreibe dies in der Absicht, eine kulturwissenschaftliche Abhandlung zu verfassen zum Thema „Exo-Mayanische Sakralarchitektur und Protoastronomie auf E374bq4 (‚Uluan‘): Archäologische und sprachwissenschaftliche Feldforschung unter besonderer Berücksichtigung psychoaktiver Attraktoren“. Eine sechste Doktorarbeit würde sich auf meinem Bücherregal doch eigentlich ganz gut machen. Obwohl das Material für mindestens fünf weitere Dissertationen ausreicht.
Doch alles, was ich seit Tagen denken kann, ist: „What the FUCK“.
Ungeachtet der bekannten Tatsache, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, etc. etc., hier einige fundamentale Befunde:
(1) Auf Uluan existierte eine Zivilisation sapienter Wesen. Aufgrund des Asteroideneinschlags und der offenkundigen Teilzerstörung des schnurgeraden „Pilgerpfads“ durch selbigen ist von einem Alter dieser Zivilisation von MINDESTENS 9.500 Jahren B.P. auszugehen. Die Uluaniter waren in der Lage, Reliefs, Skulpturen, „Prozessionsstraßen“ sowie großangelegte architektonische Anlagen wie „Pyramiden“ und „Kathedralen“ zu errichten und verfügten zudem über die Schrift und einen Kalender. Dies und bestimmte architektonische Merkmale in der „Vorhalle der Feuer“ im untersten Geschoss der „Pyramide“ weisen auf eine komplexe und hierarchisch strukturierte Gesellschaft hin. Auffallend ist das (mit einer Ausnahme) fast vollständige Fehlen von Metallverarbeitung. Die uluanitische Kultur weist eindeutige Verbindungen zu den präkolumbianischen Maya der Erde auf. Zu nennen sind hier sowohl die Architektur als auch die hieroglyphische Schrift. Letztere ist dem Altmayanischen der Halbinsel Yucatán so ähnlich, dass ich die zugrundeliegende Sprache verstehen konnte. Eindeutige Parallelen ergeben sich auch durch die vorhandenen astronomischen Artefakte.
(2) Die Gesamtanlage in dem Hochtal besteht aus drei Komponenten: Einer „Pyramide“, einer „Kathedrale“ in einer gigantischen Höhle und einer unterirdischen „Prozessionsstraße“ als Verbindungsgang (ca. zwei Stunden Fußweg). Die „Pyramide“ besteht aus mehreren Ebenen, die ein hochentwickeltes mechanisches und astronomisches Wissen bezeugen. Die unterste Ebene enthält die erwähnte „Vorhalle der Feuer“. Die „Prozessionsstraße“ zeigt naturalistische, künstlerisch hochwertige Darstellungen von Hirschofanten und Wolligen Trihörnern. Die „Kathedrale“ ist ein weitläufiger Raum, der auf die Themen „Wasser“ und „Wissen“ fokussiert. Die umliegenden Gebäude sind wohl als „Bibliothek“ zu interpretieren. Wir fanden Hinweise auf eine vormalige Lagerung von Schriftrollen und sogar auf ein ehemaliges bibliothekarisches System.
(3) Die „Vorhalle der Feuer“ zeigte auf einem exponierten Podest eine kalendarische Darstellung, die auf ein lineares Geschichtsverständnis schließen lässt. Die historisch verbürgte oder mythologisierte Abfolge der (ideographisch repräsentierten) Ereignisse beginnt mit der biologischen Zelle vor 13,8 Mrd. Jahren vor dem Zeitpunkt T, d.h. einem spezifischen Datum in der Vergangenheit. Es folgen die Entwicklung erekter Wesen (820 Mio.), die Entstehung familiärer Strukturen (46 Mio.), die Sesshaftwerdung (2 Mio.), die Entwicklung der Schrift (100.500 Jahre) und ein (bestimmter oder allgemeiner) Kriegszustand vor 3.038 Jahren. 828 Jahre vor T wurde die Ankunft eines „strahlenden Diamanten“ verzeichnet (Raumschiff?). Der Zeitpunkt T selbst ist mit der „Zerstörung“ des Planeten gekennzeichnet (der Asteroideneinschlag?). Schließlich ist ein von T aus zukünftiges Datum verzeichnet, das 9.425 Jahre in der Zukunft liegt. Dieses Datum ist mit drei zu einem Dreieck angeordneten Augen symbolisiert. Hier ergibt sich eine auffallende Übereinstimmung mit dem Zeitraum, der seit dem Einschlag des Asteroiden vergangen ist. Dies würde das zukünftige Datum mit unserer Ankunft auf Uluan zusammenfallen lassen.
(4) Hieraus ergibt sich die (wissenschaftlich natürlich völlig abwegige) Vermutung, dass unsere Ankunft auf Uluan von der Zivilisation „vorhergesehen“ worden sein könnte. Hierauf weist auch ein in Stein gemeißeltes „Gedicht“ hin, dass das Wort „fremd“ enthält. Dieses wurde just in dem Moment, in dem wir den Text lasen, von einem gezielten Sonnenlichteinfall markiert. Die Hieroglyphe verbarg einen Mechanismus, der uns den Weg zu der genannten „Prozessionsstraße“ eröffnete.
(5) Ein zentrales Becken im Inneren der „Kathedrale“ wies am Beckenrand die hieroglyphische Umschrift „Mit Wasser kommt Wissen, mit Wissen kommt die Erleuchtung“ auf. Nach Befüllung des Beckens mit Wasser hob ein Mechanismus einen blauen Diamanten empor, der in eine quallenartige Erscheinung transformierte. Diese setzte einen psychoaktiven Prozess in Gang, der in uns Forschenden visuelle und auditive Halluzinationen, einschließlich Levitations- und Entkörperungserfahrungen, hervorrief. Die intersubjektiven (!) „Visionen“ zeigten unter anderem die Gesichter erekter Wesen (die Gesichtsflächen der Statuen waren allesamt entfernt) mit „asiatisch“ anmutenden Augen, breiten Lippen und flachen Nasen. Eine Stimme (?) verkündete einem unbekannten Adressaten: „Rettet das Wissen, das Thuna Waruna (Kollektivnomen) euch geschenkt hat, vor fremden Augen (s.o.). Baut den Tempel bis zum letzten Tag der Thuna Waruna, dann feiert das Fest der Erleuchtung.“ Sowohl der „Tempelbau“ (die Errichtung der „Pyramide“) als auch die Durchführung des „Festes“ (Zerstörung des gesamten Inhalts der „Bibliothek“) waren sodann Gegenstand der „Visionen“. Die Begehung des „Festes“ fiel offenbar zusammen mit dem bevorstehenden Einschlag des Asteroiden.

Wie ich schon sagte: „What the FUCK“.

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